
Bevor man seinen Reisepass für eine Online-Registrierung, ein E-Visum oder eine Buchung scannt, stellt sich immer wieder die gleiche Frage: Welche Seite muss gescannt werden und unter welchen Bedingungen? Die Antwort scheint einfach, aber die Anforderungen variieren je nach Ansprechpartner (Fluggesellschaft, Konsulat, Hotel). Diese Unterschiede zu verstehen, hilft, eine Ablehnung des Antrags oder eine Blockade beim Boarding zu vermeiden.
MRZ-Bereich des Reisepasses: die Daten, die von automatisierten Systemen gelesen werden
Die zu scannende Seite ist fast immer die Identitätsseite des Reisepasses, die das Foto und die biografischen Informationen enthält. Am unteren Rand dieser Seite befindet sich der MRZ-Bereich (Machine Readable Zone), der aus zwei Zeilen von Zeichen besteht, die von optischen Scannern und biometrischen Toren gelesen werden können.
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Dieser MRZ-Bereich enthält den Namen, die Nationalität, das Geburtsdatum, die Reisepassnummer und das Ablaufdatum. Die Online-Check-in-Systeme der Fluggesellschaften, wie die von British Airways oder Cathay Pacific, verlangen ausdrücklich, dass diese Seite gescannt oder fotografiert wird, um diese Daten automatisch zu extrahieren.
Um genau zu wissen, welche Seite des Reisepasses gescannt werden muss je nach Situation, müssen drei Anwendungsfälle unterschieden werden, die nicht alle das gleiche Maß an Detail erfordern.
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| Situation | Seite zu scannen | Erforderliche Elemente | Schärfeanforderung |
|---|---|---|---|
| Online-Check-in (Fluggesellschaft) | Identitätsseite (Foto + MRZ) | Nummer, Name, Ablaufdatum | MRZ lesbar ohne Reflexion |
| Beantragung eines E-Visums oder konsularischen Visums | Identitätsseite + manchmal Seiten früherer Visa | Scharfes Foto, alle Angaben sichtbar | Sehr hoch (häufige Ablehnung bei Unschärfe) |
| Hotelbuchung oder Mietanfrage | Nur Identitätsseite | Name, Nationalität, Nummer | Mittel |
| Persönliche Sicherungskopie | Identitätsseite + Seite mit Einreisestempeln | Alle Felder lesbar | Ausreichend für Identifikation |

Reisepass-Scan und DSGVO: Minimierung der übermittelten Daten
Ein vollständiger Scan seines Reisepasses per E-Mail oder über ein Online-Formular zu senden, birgt ein konkretes Risiko der Identitätsdiebstahl. Das Prinzip der Datenminimierung gemäß der DSGVO empfiehlt, nur die für den Vorgang unbedingt erforderlichen Felder zu übermitteln.
In der Praxis bedeutet dies, dass ein Hotel, das eine “Kopie des Reisepasses” anfordert, nicht Ihre vollständige Nummer oder Ihre Unterschrift benötigt. Sie können irrelevante Elemente vor dem Versand schwärzen (verbergen).
Die Vorsichtsmaßnahmen, die vor dem Senden eines Reisepass-Scans zu beachten sind:
- Überprüfen, ob der Empfänger einen legitimen Grund hat, diese Daten zu sammeln (gesetzliche Verpflichtung, Transportvertrag, konsularische Formalität)
- Verstecken der nicht angeforderten Informationen: teilweise Reisepassnummer, Unterschrift, unnötige Angaben für den Vorgang
- Bevorzugen Sie den Versand über ein sicheres Portal anstelle einer unverschlüsselten E-Mail, da ein Reisepass-Scan als Anhang auf den E-Mail-Servern gespeichert bleibt
- Fügen Sie ein Wasserzeichen “Kopie” auf dem Dokument hinzu, um eine betrügerische Wiederverwendung zu begrenzen
Dieser Ansatz ist kein Übermaß an Vorsicht. Ein ungeschützter Reisepass-Scan kann verwendet werden, um ein Bankkonto zu eröffnen oder einen Kredit in bestimmten Ländern aufzunehmen, ohne zusätzliche Überprüfung.
NFC-Chip des biometrischen Reisepasses: ein Test vor der Abreise
Biometrische Reisepässe enthalten einen NFC-Chip, der eine digitale Version des Fotos und der Fingerabdrücke speichert. Immer mehr Fluggesellschaften und Grenzkontrollsysteme lesen diesen Chip, um das Boarding zu beschleunigen.
Das Problem tritt auf, wenn der Chip beschädigt oder unleserlich ist. Ein Reisepass, dessen Identitätsseite intakt erscheint, kann von einem automatischen Tor abgelehnt werden, wenn der NFC-Chip nicht mehr reagiert. Die NFC-Lesbarkeit seines Reisepasses vor der Reise zu testen, vermeidet unangenehme Überraschungen am Flughafen.
Mehrere mobile Anwendungen ermöglichen es, die Lesbarkeit des Chips zu überprüfen. Es genügt, den Reisepass gegen die Rückseite des Telefons zu halten und die Lesung zu starten. Wenn die Anwendung nach mehreren Versuchen fehlschlägt, könnte der Reisepass an den automatischen Terminals Probleme verursachen, selbst wenn der optische Scan der MRZ normal funktioniert.

Restgültigkeit des Reisepasses: die häufigste Falle beim Scan
Das Scannen der richtigen Seite nützt nichts, wenn der Reisepass nicht die Gültigkeitsbedingungen des Ziellandes erfüllt. Die Mehrheit der Länder außerhalb der Europäischen Union verlangt eine Restgültigkeit von mehreren Monaten nach dem Rückreisedatum. Diese Dauer variiert je nach Zielort.
Beim Online-Check-in extrahiert das System automatisch das Ablaufdatum aus der MRZ. Wenn die Restgültigkeit unzureichend ist, kann die Fluggesellschaft das Check-in blockieren oder das Boarding verweigern. Die Website des Außenministeriums (diplomatie.gouv.fr) veröffentlicht die Anforderungen landesspezifisch in ihren Reisehinweisen.
Ein oft übersehenes Detail: Einige Länder betrachten einen Reisepass als ungültig, wenn Seiten eingerissen, befleckt sind oder der Einband zu stark beschädigt ist, selbst wenn das Ablaufdatum noch weit entfernt ist. Ein beschädigter Reisepass kann an der Grenzkontrolle abgelehnt werden, unabhängig von der Qualität des zuvor bereitgestellten Scans.
Scanqualität: akzeptierte Auflösung und Format
Ein Scan, der von einem Online-Visumportal abgelehnt wird, geschieht selten aufgrund einer falschen Seite. Die Ablehnung erfolgt meist aufgrund eines Problems mit der Auflösung, dem Zuschnitt oder der Reflexion.
- Die Identitätsseite flach fotografieren, auf einem dunklen, einfarbigen Hintergrund, ohne Reflexionen oder Schatten
- Die gesamte Seite mit einem gleichmäßigen Rand zuschneiden, ohne die MRZ oder die Ecken abzuschneiden
- Im PDF- oder JPEG-Format speichern, je nach Anforderung, und sicherstellen, dass die Datei die maximal zulässige Größe des Formulars nicht überschreitet
Flachbettscanner liefern ein schärferes Ergebnis als eine Smartphone-Kamera, aber die meisten Portale akzeptieren ein Foto, das mit einem aktuellen Telefon aufgenommen wurde, wenn die Beleuchtung korrekt ist. Der Text der MRZ muss auch bei Vergrößerung des Dateiformats perfekt lesbar bleiben.
Die Identitätsseite des Reisepasses bleibt das Referenzdokument für alle digitalisierten Reiseanträge. Vor jeder Abreise sollten die Lesbarkeit des NFC-Chips, die Restgültigkeit und die Qualität des Scans überprüft werden, um die drei Hauptursachen für Blockaden beim Check-in oder an der Grenze abzudecken.